Dienstag, 3. Dezember 2002

Tag E-1

Die technischen Daten des Tages für :

Pretoriuskop, Kruger National Eclipse-Park

GPS sh. Vortag, Sunrise : 02:56:30, Sunset 16:32:33

Letaba, Kruger National Eclipse-Park

S : 23°51.308, E : 31°34.704, Höhe 228m


Wegen Pirschfahrt durch den Krugerpark um 3.50 aufgestanden. Kreuz des Südens und die aufsteigende Milchstraße beobachtet und den anderen gezeigt. Sehr schön an diesem Morgen zu beobachten. Mars und Venus stehen unübersehbar im Südosten, Venus ist nicht weit von ihrem "größten Glanz", den sie am 7.12. erreicht.

Leider ziehen schnell Wolken und dichter Nebel auf und machen den Game-Drive nicht gerade zum grössten Vergnügen. Wir beobachten Elefanten, Nashörner, Kudus u. Schwarzbauchtrappe. Wir fahren zurück ins Camp, frühstücken, und fahren dann in Richtung Letaba. Die Bewölkung ist immer noch sehr dominant, um 8.20 schaue ich kritisch zur Uhr und stelle fest, dass die Sonne kaum zu sehen ist. Aber morgen muss es klappen. Leider steht kein Internetcafe zur Verfügung, um schnell einen Blick auf den Satellitenfilm werfen zu können.

Auf dem Weg nach Letaba immer wieder spektakuläre Tierbeobachtungen an der Straße. Unsere Testfahrt nach Shingwedzi müssen wir verwerfen, die Zeit reicht nicht. Harald&Trevor werden von einem Park-Marshall gestoppt wegen zu schnellem Fahren! Das macht 500 Rand pro Nase.

Iin Letaba erfahren wir von den Beobachtungsmöglichkeiten in der Nähe der Zentrallinie. Ranger bewachen den Straßenrand, und es wären genügend Beobachtungsmöglichkeiten um Shingwedzi gegeben. Zuerst heisst es, die Tore des Parks öffnen um 4.30 früh. Das erscheint mir etwas spät. Aber es muss halt reichen. Und erst jetzt macht sich im Camp zum ersten Mal so etwas wie Sofi-Tourismus bemerkbar. Es gibt kaum noch freie Plätze, und um uns hektisches Treiben, wie wir es von den Camps nicht gewohnt sind.

Es steht noch ein Game-Drive auf dem Programm, aber ich will die Zeit lieber mit Vorbereitungen für morgen verbringen, wie viele andere auch. Ich stelle die Montierung auf und checke, ob alles einsatzbereit ist. Wolfgang K. bastelt sich aus einer Sofi-Brille einen Vorsatz für seinen DV-Camcorder. Und auch eine gewisse Vor-Nervosität macht sich breit, nicht nur bei mir. Es sind nur noch weniger als 12 Stunden bis zu dem großen event!

Unser Camp-Nachbar berichtet uns vom Wetterbericht, den er gerade im Radio gehört hat. Und die Prognose ist 2/8 bis 5/8 Bewölkung für den nördlichen Kruger Park. Was soll man von einer solchen Aussage halten. Es bedeutet eigentlich überhaupt nichts. Sinnvoller wäre ein Satellitenbild. Während wir zu Abend essen am Camp, klart der Himmel auf. Die einzigen Wolken am Himmel sind die Magellan'schen:-)

Trevor fährt mit Harald die VW-Busse unmittelbar vor das Gate des Camps. Wir wollen in der Pole Position stehen, wenn es morgen früh los geht. Plan ist, eine Stunde vor Toresöffnung abfahrtbereit in den Bussen zu sitzen.

Es ist sehr warm von der Hitze des Tages, noch 29°C zeigt das Thermometer nach Sonnenuntergang. Wir bereiten das Frühstück schon jetzt vor, um in ein paar Stunden einen Schnellstart hinlegen zu können. Ich telefoniere mit Marc wegen der GPS-Toleranz bei der Uhrzeit-Anzeige. Danach versuche ich, ein wenig zu schlafen. Als mir das gerade gelungen ist, weckt mich Trevor mit einem News-Bulletin zu später Stunde : Die Tore öffnen bereits um 4.00 Uhr früh, wir gewinnen also eine halbe Stunde. Zusammen mit 2 anderen Fahrzeugen stehen wir direkt an vorderster Front zum Gate, also in bester Abfahrt-Position. Einigermaßen beruhigt lege ich mich wieder hin und kann durch den Moskitoschutz des Zeltes den Sternenhimmel deutlich erkennen. Meine Güte! Die 16 Monate seit der letzten Finsternis sind fast vorbei!